Die
Institutionalisierung der Parallelgesellschaft
Pressemitteilung

Einige islamische Organisationen in Deutschland wollen sich noch in
diesem Jahr zu einer gemeinsamen Interessenvertretung zusammenschließen.
Hierzu erklärt der Zentralrat der Ex-Muslime:
Ditib, Islamrat, ZDM und VIKZ sind politische Lobbyorganisationen. Sie
repräsentieren
nur einen kleinen Teil der in Deutschland lebenden Muslime. Die meisten
hiesigen Muslime sind eher säkular. Schon gar nicht können
die
Islamverbände für jene Migranten sprechen, die - obgleich sie aus
einem
islamischen Herkunftsland stammen - sich als nichtislamisch verstehen.
Der geplante Zusammenschluss erfolgt sichtlich auf Forderungen aus der
Politik. Von dort wird behauptet, ohne eine islamische
Einheitsorganisation könnte es keinen Islamunterricht geben. Es gibt
aber auch keinen christlichen Religionsunterricht, sondern Katholischen,
Evangelischen, Orthodoxen, Neuapostolischen, Altkatholischen usw. Die
gleichfalls im Islam vorhandene konfessionelle Vielfalt soll also beim
staatlich geförderten "Einheitsislam" negiert werden. Damit
werden
beispielsweise schon jetzt sichtlich die Aleviten ausgegrenzt.
Die Forderung nach "Gleichstellung des Islams mit dem Christentum"
bedeutet im Kontext der hiesigen staatskirchenrechtlichen Privilegien
die Schaffung staatlich finanzierter islamischer Kindergärten,
Konfessionsschulen, Universitäten, Krankenhäuser usw., wo dann
das
Kopftuchtragen per islamischen Arbeitsrecht vorgeschrieben ist. Also
die Institutionalisierung der Parallelgesellschaft. Dies wäre das
Gegenteil von Integration!
Dem Islamlobbyisten Volker Beck empfehlen wir, als
Menschenrechtsbeauftragter doch erst einmal seitens der Islamverbände
eine eindeutige Distanzierung von den Schariabestimmungen gegen Schwule
und Lesben zu verlangen, statt naiv ausgerechnet die Gegner einer
sexuellen Selbstbestimmung staatlich fördern zu wollen.
Hintergrund
http://hpd-online.de/node/1305
http://hpd-online.de/node/745
Die staatlich subventionierte Islamkirche soll angeblich der Integration
dienen. Dies stellt nicht nur das Recht des Kollektivs über das Recht
des Individuums, sondern ist Mittel, die Menschen über die
Organisationen zu kontrollieren; eine konkrete Verbesserung der
Lebensverhältnisse der betroffenen Menschen wird dadurch nicht erreicht;
letztlich wird nicht die Integration von Individuen in die vorgefundene
Gesellschaft befördert, sondern ihre Einordnung in eine
Religionsgesellschaft, welcher sie zugewiesen werden.
Die dahinter stehende oder zumindest des Öfteren als Begründung
angeführte Idee, so könne ein "Euro-Islam" entstehen, übersieht
völlig,
dass sich Religionen nur in langfristiger Auseinandersetzung mit der sie
umgebenden Gesellschaft verändern, sofern die religiösen Individuen
an
dieser Gesellschaft teilhaben und sich "weiterentwickeln"; d.h. wenn
sich die Parallelgesellschaft auflöst, könnte in zwei bis drei
Generationen in Europa ein weichgespülter Islam entstehen und nicht:
wenn durch die Förderung einiger Moscheevereine ein "Euro-Islam"
entstanden ist, werden sich die Parallelgesellschaften auflösen.
Durch die Sublimierung von Herkunft und Religion ("jeder Türke
ist ein
Muslim") bzw. die Tendenz, im Islam nur noch eine Kultur zu sehen, wird
die Verfestigung von Parallelgesellschaften befördert; gleiches bewirkt
die Segregation von Kindern nach ihrer Religionszugehörigkeit.
Ansprechpartner:
Zentralrat der Ex-Muslime
Arzu Toker, 2. Vorsitzende (Tel.: 0177/2660034)
Postfach 250346
50519 Köln
www.ex-muslime.de/
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